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Archive for the ‘Fliegenfischen, Angeln am Forellenbach’ Category

RyanAir? Bus zum Flughafen Bremen? - Das kann doch nicht richtig sein!

RyanAir? Bus zum Flughafen Bremen? – Das kann doch nicht richtig sein!

Keine Angst, dies ist nur ein Foto von einem Stopp während der Exkursion.

Vorher war pünktlich der Metronom in Tostedt eingetroffen, 28 Studenten stiegen aus.

Vorher war pünktlich der Metronom in Tostedt eingetroffen, 28 Studenten stiegen aus.

Das Gruppenfoto vor dem Start muss sein - same procedure as every year.

Das Gruppenfoto vor dem Start muss sein – same procedure as every year.

Und was hatten wir wieder für ein Exkursions-Wetterchen! - Und die Kampener Mühle war extra für uns in Betrieb. (öhö, öhö!) - Aber ganz schön kalt war`s für die dünner angezogenen.

Und was hatten wir wieder für ein Exkursions-Wetterchen! – Und die Kampener Mühle war extra für uns in Betrieb. (öhö, öhö!) – Aber ganz schön kalt war`s für die dünner angezogenen.

Eiszeitsteine zur Plausibilisierung des standorttypischen Kiesbachs hat die Dorfhistorie oft genug zu bieten.

Eiszeitsteine zur Plausibilisierung des standorttypischen Kiesbachs hat die Dorfhistorie oft genug zu bieten.

Und noch einer - nee, zwei.

Und noch einer – nee, zwei.

Alle Welt will "on top of the hill" sein - wir gehen rauf (nach TK 2724 78,8 m hoch).

Alle Welt will „on top of the hill“ sein – wir gehen rauf (nach TK 2724 78,8 m hoch). – Besser kann Erosionsanfälligkeit unserer armen Böden nicht dokumentiert werden.

„Berg nennt der das!“ lachen die Studenten aus aller Herren Länder (dieses Jahr sind Brasilien, China, Costa Rica, Estland, Frankreich, Indien, Indonesien, Italien, Kanada, Korea, Lettland, Mexiko, Nigeria, Philippinen, Polen, Rumänien, USA und natürlich Deutschland vertreten. So viele Länder waren es, glaube ich, noch nie.). – Was soll ich machen?! Immerhin kann ich auf die „Berg-Linie“ verweisen, in der dieser mit dem Otterberg (100 m) und dem Wilseder Berg (169 m) liegt.

Subventionierte Agrarlandschaft begegnet uns allerorten. Artenarmut, wohin man sieht.

Subventionierte Agrarlandschaft begegnet uns allerorten. Artenarmut, wohin man sieht.

Die Sandwüste - Resultat der Bodenerosion, sei es aus Agrar-Einöden, sei es aus baumlosen Gewässerufern.

Die Sandwüste – Resultat der Bodenerosion, sei es aus Agrar-Einöden, sei es aus baumlosen Gewässerufern. Dies ist kein Platz für Tier- und Pflanzenleben.

Gezäunte Pferdewiese: Die Erosion ist am nun erlenbestandenen Bach gestoppt.

Gezäunte Pferdewiese: Die Erosion ist am nun erlenbestandenen Bach gestoppt.

Ergebnis von Abwasserreinigung und Restaurieren: Auch unter Steinen lebt es, hier Köcherfliegenlarven.

Ergebnis von Abwasserreinigung und Restaurieren: Auch unter Steinen lebt es, hier Köcherfliegenlarven.

Und wo nun fester Grund an Stelle des Sandstrahlgebläses besteht, finden sich standorttypische Gewässerpflanzen ein, hier der Merk.

Und wo nun fester Grund an Stelle des Sandstrahlgebläses besteht, finden sich standorttypische Gewässerpflanzen ein, hier der Merk (sagen Gewässerbiologen und Wasserwirtschafter).

„Berle“ sagen Botaniker und Landschaftsplaner. – „Berula erecta“ = Der Aufrechte Merk, der Name muss nicht besorgt stimmen: bei steigendem Wasserstand legt sich, wie auf dem Foto sichtbar, die Pflanze flach und bietet keinen Strömungswiderstand. Der Mähkorb muss nicht zu seinem üblichen Massaker anrücken!

Strömungsvielfalt und Tiefenvarianz in restaurierter Strecke.

Strömungsvielfalt und Tiefenvarianz in restaurierter Strecke. – Der Bach lässt sich hören: es rauscht nun, wo noch vor Kurzem im wahrsten Sinne des Wortes Totenstille herrschte.

Tja, und hier finden sich zunehmend auch Steinfliegenarten, die vor wenigen Jahren noch niemand in seinen kühnsten Träumen erwartet hätte.

Tja, und hier finden sich zunehmend auch Steinfliegenarten, die vor wenigen Jahren noch niemand in seinen kühnsten Träumen erwartet hätte.

Schon vorbei ?! Die Studenten fahren mit dem Metronom zurück nach Harburg bzw. Hamburg. - Auf die Unternehmungslustigen wartet der Hafengeburtstag.

Schon vorbei ?! Die Studenten fahren mit dem Metronom zurück nach Harburg bzw. Hamburg. – Auf die Unternehmungslustigen wartet der Hafengeburtstag.

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Im Nachgang zum Artikel vom 24. März 2012 folgen hier ein paar Fotos, die zeigen, dass für die Bewohner des Salmonidengewässers Seeve Hilfen bereits angelaufen sind.

Mit Unterstützung der Naturschutzstiftung des Landkreises Harburg sowie dessen Fachverwaltung, Wasserwirtschaft und Naturschutz, der Fischereigenossenschaft Seeve und tatkräftigem Einsatz des Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverbands Seeve wurden 2010 Kies und Geröll an verschiedenen Stellen im Bereich des Rangierbahnhofs Maschen eingebaut. Unter anderem hier lagen früher Laichplätze der Flussneunaugen, an denen sie regelmäßig im Frühjahr bei ihren Aktivitäten zu beobachten waren.

An der Hörstener Straße wurde an jeder Uferseite oberhalb der Brücke ein Kiesdepot (Lastwagenladung, geteilt) angelegt. Die Seeve weiss am Besten, wohin die Steine gehören.

An der Hörstener Straße wurde an jeder Uferseite oberhalb der Brücke ein Kiesdepot (Lastwagenladung, geteilt) angelegt. Die Seeve weiss am Besten, wohin die Steine gehören.

Das frisch eingebaute Doppeldepot, Draufsicht.

Das frisch eingebaute Doppeldepot, Draufsicht.

Ansicht bachab - die Turbulenzen vorn zeigen, dass bei erhöhter Wasserführung ein guter Abwärtstransport des Kieses stattfinden wird. Die künftige Lage wird uns lernen lassen.

Ansicht bachab (2 Wochen nach Einbau, noch ist wenig geschehen, es hat kaum geregnet) - die Turbulenzen vorn zeigen, dass bei erhöhter Wasserführung ein guter Abwärtstransport des Kieses stattfinden wird. Die künftige Lage wird uns lernen lassen.

Der Blick unter der Hörstener Brücke hindurch - der künftige Weg des Kieses. - Da standen die großen Weiden noch, gucken Sie mal den Beitrag vom 24. März 2012 an.

Der Blick unter der Hörstener Brücke hindurch - der künftige Weg des Kieses. - Da standen die großen Weiden noch, gucken Sie mal den Beitrag vom 24. März 2012 an.

Ein zweiter Lkw Kies wurde als Depot direkt unterhalb des Maschener Rangierbahnhofs in den Gleithang gelegt. Dieser ist als halbstabile Nahrungs- und Laichfläche anzusehen (hier bei niedriger Wasserführung).

Ein zweiter Lkw Kies wurde als Depot direkt unterhalb des Maschener Rangierbahnhofs in den Gleithang gelegt. Dieser ist als halbstabile Nahrungs- und Laichfläche anzusehen (hier bei niedriger Wasserführung).

Und hier taucht im Winter dieses weisse Wesen auf.

Und hier taucht im Winter dieses weisse Wesen auf.

"Ich bin eine verwunschene Prinzessin und erfülle euch 3 Wünsche!"

"Ich bin eine verwunschene Prinzessin und erfülle euch 3 Wünsche!"

"Ihr glaubt mir nicht?! - Dann wird das auch nichts mit `m Wünschen, selbst Schuld!"

"Ihr glaubt mir nicht?! - Dann wird das auch nichts mit `m Wünschen, selbst Schuld!"

Oberhalb, südlich des Rangierbahnhofs Maschen wurde Geröll als Strömungslenker eingebaut. 3 "Großknubbels", hier der unterste - noch ungeglättet, entstanden.

Oberhalb, südlich des Rangierbahnhofs Maschen wurde Geröll als Strömungslenker eingebaut. 3 "Großknubbels", hier der unterste - noch ungeglättet, entstanden (attraktiver Standort ...).

Von der DB-Brücke, natürlich mit Erlaubnis, in Draufsicht bachauf fotografiert: die nun geglätteten "Großknubbels" - ja, wo sind sie denn. Gute Strömungsvielfalt entstand, Gewässerorganismen und Mensch freuen sich.

Von der DB-Brücke, natürlich mit Erlaubnis, in Draufsicht bachauf fotografiert: die nun geglätteten "Großknubbels" - ja, wo sind sie denn. Gute Strömungsvielfalt entstand, Gewässerorganismen und Mensch freuen sich.

Ein herzliches Dankeschön gebührt allen Beteiligten, besonders dem Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Seeve für meisterhafte Arbeit!

Ein herzliches Dankeschön gebührt allen Beteiligten, besonders dem Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Seeve für meisterhafte Arbeit!

Inzwischen ist fast jeder der 7 Seeve-Anglervereine dazu übergegangen, nach guter fachlicher Praxis eigene Revitalisierungen dieses attraktiven Salmonidengewässers zu beginnen.

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Kalt war`s, unter dickem Eis ist inzwischen das Wasser in Überschwemmungsbereichen versickert oder abgeflossen.

Wir befinden uns im Naturschutzgebiet Obere Wümmeniederung, das eine herausragende Bedeutung für den Vogelzug und als Feuchtgebiet haben soll.

Ah, eine Linie durchzieht die Landschaft. – Der Mähkorb war wieder da – nachdem die Hochwässer schadlos abgeflossen sind …

Blick von der Wegquerung mit einem kleinen Fließgewässer: ein Absturz !

Blick bachab (unterhalb des Absturzes): krass! Hier wird in bis zu 2 m Tiefe unter Geländehöhe jährlich „unterhalten“.

Typische Zeichen der harten, längst überholten Gewässerunterhaltung: Uferverletzung andererseits.

Das selbe diesseits: senkrecht abgegrabenes, verletztes Ufer!

Die Folge: erhebliche Uferabbrüche mit massivem Sandeintrag ins Gewässer.

Hier ist also deutlich: die für den Wasserabfluss an dieser Stelle völlig überflüssige Gewässerunterhaltung führt in ihrer überholten, harten Art zu einem der schärfsten Probleme heutigen Gewässerschutzes. Nicht zuletzt sorgt diese rechtswidrige Arbeit dafür, dass andernorts der „produzierte“ Sand mit hohen, völlig unnötig provozierten Kosten gebaggert werden muss.

Während der Wasserverbandstag, Kopfverband der hiesigen Wasserverbände, versucht, Weiterbildung für Gewässerunterhalter zu etablieren und einige wenige Verbände das gute Beispiel transportieren, regieren in Niedersachsen weiterhin die Unterhaltungs-Firmen.

Auf dem Weg zurück, sauber, sauber – unfassbare, fortgesetzte Lebensraumvernichtung und Kostenproduktion zu Lasten der Beitragszahler.

Ein weiterer Sand-Einträger in einem kleinen Nebenbach: Dränage-Sand fließt auf Eis ab.

Der Absturz zeigt: Hier kann – vermutlich über Jahrzehnte – auf Hunderten Metern jegliche Gewässerunterhaltung eingestellt werden bis auch nur der Anschein einer durchgängigen Gewässersohle erreicht würde.

Es spielt offenbar keine Rolle, dass all dies in einem Naturschutzgebiet stattfindet. Ob wir nun seit 12 Jahren die Wasserrahmenrichtlinie haben oder nicht – scheint auch völlig egal. – Hier, genau hier gibt es sogar einen Gewässerentwicklungsplan, der das Ändern der Gewässerunterhaltung als kostensparenden Weg auf den fachlich beschriebenen und rechtlich mit Fristen festgelegten Weg zum Ziel konkret darstellt.

Das spielt in Niedersachsen offenbar gar keine Rolle – Landwirtschafts- und Umweltministerium wo seid ihr ? !

Wo Gewässerunterhalter sinnlos wüten, sind Säge-Besessene oft nicht weit. Hier wurde das Versteck einer Vielzahl von Säugern und Vögeln zerstört.

Der Holzbedarf stetig wachsender Osterfeuer zeigt ebenfalls seine Folgen. Jetzt werden schon bleistiftdünne Hölzer geschnitten … (Ich will ja nicht annehmen, dass es sich hier um eine Naturschutzmaßnahme handeln soll. – Der „Täter“ würde ja nicht einmal das Wachstumsverhalten dieser Gehölze kennen.)

Hier das erläuternde Beispiel zum vorigen Foto: „Aus 1 mach unendlich!“. – Während früher Einzelgehölze den Weg säumten, wurde durch Absägen Buschwerk produziert – einmal sägen: aus 1 mach 20. Im vorherigen Foto ist die Zeit bereits fortgeschritten Richtung unendlich. – Leute, lasst die Bäume wachsen, dann habt ihr mehr Durchblick.

Ein Gutes hatte dieser Vormittag doch noch. Derjenige, der für all das bis vor wenigen Jahren in Spitzenposition verantwortlich war, ist von seinem – anderen – Amt zurückgetreten.

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Wasserrückhalt - Gelb wird gespiegelt.

Mais - sei da, was da wolle (Hauptsache, Subvention)! Wasser auf dem höchsten Punkt - weiss noch nicht, wohin es fließen will.

Auf diesen armen Flächen wurde bislang standortangepasst Grünland als Viehweide genutzt.

In windstillem Randstreifen des Wiesensees spiegeln sich Birken.

2012 - eine neue Chance, verlorene Randstreifen zurückzu"gewinnen". Mögen sich Wasser- und Naturschutzbehörden, Agrarverwaltung und Agrarberatung wesentlicher Ziele ihrer Aufgaben erinnern und widmen, wie z.B. Boden-, Fließgewässer- und Meeresschutz.

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So ein richtiger Gewässerwart von heute weiss allerhand über Lebendige Bäche und Flüsse . Gleichwohl sind Aus- und Weiterbildung wichtige Punkte im täglichen Geschehen, z.B. was Notwendiges im Gewässerumfeld oder z.B. Handeln im Klimawandel betrifft.

Neben der Vermittlung über Bilder, Vortrag und Gespräch ist die handgreifliche Wahrnehmung vor Ort wesentliches Element einer erfolgreich an anderer Stelle nutzbaren Wissensvermittlung – ohne „draussen“ geht es nicht!

Ein überschaubarer Heidebach, Laich- und Aufwuchsstrecke in der Salmonidenregion, eignet sich hervorragend für Exkursionen - und schon sieht man wieder die von links extrem herandrängende, den Bach gefährdende Landwirtschaft..

Die Brandl-Bracke unter den Exkursionsteilnehmern wartet auf interessante Aufträge ...

Der Bach präsentiert sich mit vielfältiger Struktur: rauschende Kiesstrecken wechseln mit Strudellöchern, Uferüberhang und z.T. Erlenwurzeln bieten dreidimensionale Lebensstätten.

Die Untersuchung von Wirbellosen im Bach gestaltete sich allerdings schwierig - es tauchten zunächst keine (!) Organismen beim Absieben von Uferbehang und Gewässersohle auf, obwohl alles optisch sehr vielfältig erschien. Endlich wurden einzelne Larven der Großen Maifliege Ephemera gefunden, 3 Größengruppen, hier die älteste.

Langsam, aber sicher tauchten mehr Arten auf: Am Haus einer Köcherfliegenlarve sitzt eine Steinflliegenlarve.

Prachlibellenlarve im Fang - ein Zeichen für gute Gewässerstruktur mit Vielfalt aus Stein und Holz.

Wie ich inzwischen gelernt habe, ist dies ein Otterscharrhaufen auf einer Sandbank - Aktivität des Fischotters, wenn Hochwasser frühere Markierungen gelöscht hat (Dank nach Hankensbüttel für die Aufklärung!).

Na, und da ist er neben der Stiefelspur: ein eindeutiger Pfotenabdruck des Fischotters.

In sandigem Gewässergrund fanden wir auch eine Neunaugenlarve.

Und die Brandl-Bracke war begeistert! Spuren über Spuren - vor allem Wildschweinwechsel, erkennbar an erheblicher Erosion des nicht wurzelgeschützten Bachufers neben landwirtschaftlicher Intensivnutzung, hatten es ihr angetan. - "Darf ich da jetzt in den Mais rein???" - "Nein!"

Uferwechsel war angesagt - bin schon drüben.

Eine abgängige Straßenunterquerung mit erheblichem Absturz - hier soll demnächst im Zuge des Neubaus die Durchwanderbarkeit für die Gewässerorganismen wieder hergestellt werden.

Eine Kiesbank oberhalb einer Erlenwurzel zeigte, dass der Gewässergrund hier von Bachforellen als Laichplatz genutzt worden war.

So wollten wir dann per Elektrofischerei auch wissen, welche Fische hier wohl leben.

Gut, wenn man sie in der Forellenregion findet - die Forelle. Ob nun die Standform Bachforelle oder ein Fisch "mit aktiviertem Wander-Gen", die Meerforelle - das wird uns dieser Fisch erst nächstes Frühjahr verraten.

Wie sich das für einen anständigen Laich- und Aufwuchsbach der Forelle gehört, kommt als Begleitfisch die Mühlkoppe vor - schön zu sehen, wurde dieser Fisch doch aus falsch verstandenem Konkurrenzdenken jahrzehntelang bis zur Ausrottung verfolgt.

Zusammengefasst stellen wir fest, dass es sich um einen der wertvollsten, früher in unserer Landschaft typischen, vielfältig strukturierten Quellbäche handelt. Eine Vielzahl von Wirbellosenarten haben wir (mühsam !) zusammengesammelt. Aber die aufgrund der guten Gewässerstruktur zu erwartenden Individuenmassen (bis zu mehreren 10.000 / m² sind üblich!) waren nicht da – ein Zeichen für offenbar vorhandene extreme Gefährdung dieses Bachs.

Damit steht er nicht allein. Wie Ortskundige berichteten, war kürzlich beim Ablassen eines Teiches eine wahre Schlammlawine mit der künstlich erzeugten Hochwasserwelle durchgegangen. Extreme Sauerstoffzehrung hat offenbar mehr als 90 % der Organismen vernichtet.

Und das Umfeld zeigt, wie nicht akzeptabel unsere empfindlichen Bäche heute bedroht werden – vergessen wir nicht: von einem Berufsstand mit besten Lobby-Beziehungen, der zu großen Teilen von unser aller Steuersubventionen lebt. – Es ist an der Zeit, für dieses Geld angepasstes Verhalten mit Schutz von Boden, Wasser und Luft zu verlangen.

Bedrohung für Gewässer: Ackerbau bis an die oberste Uferkante. Gewässerrandstreifen müssen endlich überall an Bächen eingefordert werden einschließlich ihres standorttypischen Gehölzsaums.

Die Nicht-Akzeptanz der Landwirtschaft gegenüber beidseitigen, standorttypischen Erlensäumen führt zu extremer Ufer-Erosion - hier sogar in der Innenkurve!

Hilfsweise können Treibselsammler z.B. aus Stöcken den charakteristischen Bachquerschnitt wieder herstellen. Der Haselstecken zeigt, wie weit ein solcher Sammler auf Mittelwasserniveau in der Gewässersohle von rechts kommend gesteckt werden kann.

Hilfen für derart geschundene Bäche sind meist recht einfach. Hier in der rechten Spalte des Blogs unter „Hölzchen und Stöckchen“ verbergen sich eine Vielzahl Beispiele, wie es in der Praxis funktioniert. Eine kurze Zusammenstellung als pdf-Datei findet sich unter www.salmonidenfreund.de und eine Zusammenfassung verschiedener Restaurierungstechniken einschließlich Grundlagen und vorheriger Bachzerstörung ist hier als Download verfügbar.

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Fast ist die Gewässer-Konferenz zu Ende. Zum Schluss fahren wir die Westküste Jütlands nordwärts und sammeln in Ribe die Auto(heim)fahrer mit dem Bus auf. Unser Ziel ist die Varde Å, an der ein Kraftwerk ausser Betrieb genommen wurde. Damit ist die Ableitung des Flusswassers nicht mehr erforderlich, alte Mäander wurden über 20 km wieder hergestellt und der früher berühmte Lachs-Fluss fließt in zahlreichen neuen Windungen. Wie andernorts wurde eine große Fischteichanlage mit Regenbogenforellenmast ausser Betrieb genommen und auch dort der Fluss re-mäandriert. Die Fischzucht läuft nun als Intensivanlage mit Grundwasser und Abwasserreinigung weiter.

Der Postillion bläst zum Abschluss der Konferenz.

Vorbei geht die Busfahrt an heutzutage leider typischer, hochsubventionierter Mais-Einöde.

Mais, wohin das Auge schaut. Fast hätten wir den Lastzug nicht kommen sehen.

In Ribe steigen unsere Autofahrer in den Bus. Von hier aus können sie heute Abend schnell in alle Richtungen heimwärts fahren.

Erster Stopp an einer stillgelegten früheren Intensiv-Fischteichanlage. Hier kann man Alt-Erlen sehen - noch allzu selten an dänischen Fließgewässern. Der Fluss ist auf der ehemaligen Fischzuchtfläche wieder in Mäander gelegt.

Vortex, Strudel - sitzt hier "der Nöck" am Grund, der alles hinunter zieht?

Vortex, Strudel - Kennzeichen für Lebendigkeit, Sauerstoffversorgung des wieder entstandenen vielfältigen Flusslebensraums.

Englisch-deutsche Fachsimpelei an neuen Mäandern.

Und weiter geht`s zu den neuen 20 km re-mäandrierten Varde Å-Landschaften.

Da ist er, der vom Wetterbericht vorhergesagte "einzelne Schauer" - scharfer Wind bläst Nieselregen-Massen. Aber Interessierte kann das nicht von ihrem beschlossenen Handeln abhalten: der Fliegenfischer wirft beherzt gegen den Wind, unsere Gruppe blickt mit dem Wind flussauf.

Intensiv-Fischzucht fordert intensive Maßnahmen - hier: Belüfter.

Noch etwas notwendiger Weise intensives: Luftschutz - gegen den von oben angreifenden "Feind".

Damit der Beitrag nicht im allzu Positiven hängen bleibt, ein kleines Intermezzo – Landwirtschaft mal wieder.

EU-Agrarprofil - hier wären mal einige andere EU-Gesetze anzuwenden, als nur platt Subventionen rüber zu reichen. Maishorizont, Moränenhang, überlasteter Wasserkörper, durch Viehtritt vollkommen zerstörter Boden bis an den Gewässerrand.

Farben - rot-grün: Ocker - geht hier alles "in die Binsen"?

Aber zurück zum Fluss – der wurde wirklich beeindruckend restauriert.

Zusammengesetztes Foto - mal groß-klicken: links die wieder in Tieflage mit all ihrem Wasser fließende Varde Å, mittig der ehemalige Damm mit Fahrweg, rechts der in weiten Teilen verfüllte, teils als Feuchtgebiet belassene, hochliegende ehemalige Ansager Kanal, der das Varde Å-Wasser in den Kraftwerks-Stausee ableitete.

"Tja," sagt der in DK arbeitende Engländer seinem Landsmann "diese Beispiele nimm mal zum Nachahmen mit rüber auf die Insel."

Varde Å-Mäander folgt Varde Å-Mäander ... (fehlen "nur noch" die Erlen ...) 🙂

Siehstewoll! - Alt-Erlen am Altarm, es geht doch!

Also, liebe Gewässerfachleute, lasst mal der natürlichen Sukzession ihren Lauf. Vermutlich kommen wir da mit Vielem, so auch mit der Anpassung an den Klimawandel viel besser zurecht, als wenn wir immer meinen, an allem herumfuckeln (der Aktivist nennt das gern verniedlichend "behutsam pflegen") zu müssen.

Gurus unter sich - wir sind uns alle mit den dänischen Kollegen einig: Das war eine hervorragende Veranstaltung!

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Internationales Fahnenmeer zur Internationalen Konferenz.

Veranstaltungsort der Internationalen Gewässerrestaurierungs-Konferenz war das Ecco-Centre in Tønder.

Die Shetlandponys vor dem Ecco-Fuß freuen sich über die Sonne – und den vom Fuß gebotenen Windschatten.

Spezialfoto mit Ecco-Centre - letzter Blick auf den silbergrauen, alten Koreaner.

Spezialfoto mit Ecco-Centre – letzter Blick auf den silbergrauen, alten Koreaner.

Geschafft, die Zeit der Organisation ist vorbei, die Life-Fahne kann aufgestellt werden. 🙂

Schöne Räumlichkeiten – und eine ausgezeichnete Küche – erwarten die Gäste.

Die Technik „steht“ – es kann losgehen.

Die Konferenz wurde von Seiner Königlichen Hoheit, Prinz Joachim, eröffnet – Schirmherr des vor seinem Abschluss stehenden EU-Life-Projekts.

Ausgewählte Vorträge boten einen sehr guten Überblick über den heutigen Stand der Gewässerverbesserung mit dem Wanderfisch Schnäpel als speziellem Schwerpunkt. Da diese „hydraulisch schwache“ Art wie z.B. auch die Flussfische Äsche aus der Salmoniden- und Hasel aus der Karpfenfamilie besondere Ansprüche an den Lebensraum stellt, ist die Wiederkehr  selbstreproduzierender Bestände ein besonderes Zeichen für erfolgreiches Restaurieren.

Fachsimpeleien – Eine wahrhaft praxisbezogene Konferenz – sehr gut, dass langes Sitzen bei virtuell Vermitteltem ergänzt wird durch Exkursionen – ein wahres Gesundheitsprogramm.

Die erste Exkursion der Konferenz ging an den neu angelegten Nørresø, große, neben der Vidå angelegte Flachwasserbereiche, die Schnäpellarven für ihre erfolgreiche Entwicklung zum Jungfisch benötigen. Erst danach sind sie in der Lage, den Wanderweg Richtung Wattenmeer durch die Brackwasserzone zu bewältigen.

Ein neuer Deich ermöglicht groß angelegte, neue Flachwasserbereiche. Nicht nur die Schnäpellarven, auch Amphibien, Vögel und viele anderen Organismen profitieren hier von „neuer Natur“. – Die „reinen“ Salmonidenfreunde allerdings haben Angst um ihre abwandernden Smolts von Meerforelle und Lachs. Hechte und fischfressende Vögel werden ihren Tribut fordern – das aber ist nun einmal Teil des Naturgeschehens.

Oha – was für Höhenunterschiede der Wasserkörper! Links neben dem Deich Fluss und Flachwasser, rechts der durch Pumpen tief gehaltene Wasserstand, der die landwirtschaftliche Nutzung des Polders ermöglicht. Nicht zu vergessen: das Umfeld von Tønder liegt unter dem mittleren Meereswinterwasserstand …

Der Angler, ganz links im Bild, machte einen etwas verfolgten Eindruck: gerade wanderte unsere erste Busladung vorbei, nun wir, die zweite – und da kommen auch noch Rennruderer den Fluss entlang!

Strömungsturbulenz, wir erreichen das untere Ende des um den Mühlenteich gelegten fließgewässerartigen Umlaufs – beste Variante für freies Wandern der Wirbellosen und Fische.

Sehr schön, standorttypische Gewässervegetation hat den im Bauzustand wie ein Steinbruch bzw. eine Kiesgrube aussehenden Umlauf inzwischen mit vielfältigen Strukturen ausgestattet – nicht zuletzt auch ein Gewinn für das Stadtbild.

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Und nicht nur die!

Während vielerorts in alten Verhaltensweisen verharrt wird

Der Fortschritt ist eine Schnecke - warum eigentlich?!

(durch Elektrofischen – womöglich über lange Strecken mit Entnahme der für den Bach so nötigen Elternfische, künstliche Befruchtung und Eientwicklung ausserhalb des Fließgewässers), haben die Aktiven an der Wümme beeindruckend belegt, dass standorttypische Fische, z.B. Forelle und Mühlkoppe, ganz überraschend aber auch der Lachs, sich ohne menschliches Zutun zahlreich auf Kies- und Geröllbänken vermehrt haben.

Verwundern kann das eigentlich nicht, ist es doch z.B. aus Dänemark seit Jahrzehnten bekannt.

So sehen auch die Ergebnisse der gerade zu Ende gegangenen Konferenz aus, die aus Anlass eines umfassenden Schnäpel-Projektes in Tønder, Südwestdänemark, präsentiert wurden.

Die Konferenz fand im ECCO-Centre statt, vor dem ein großer Fuß einen Hügel ziert. Den Shetlandponys im Abendsonnenschein ist das ganz lieb, können sie doch in seinem Schatten und Windschatten zu vielerlei Wettersituationen Schutz finden.

Demnächst folgen noch ein paar Informationen aus dem Umfeld der Konferenz.

Abendstimmung an der Vidå-Schleuse.

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Wieder einmal ging`s nach Berlin.

Berlin-Anflug von Norden in den Osten - Platte in Sicht.

Wir wollen frühstücken auf dem Fernsehturm - extra gutes Wetter wegen der Aussicht bestellt.

Bevor es aber so weit ist, spazieren wir noch einmal - unter anderem - entlang der 60er-Tour des Vorjahres.

Start des Uferspaziergangs entlang der Museumsinsel.

Der "Familienfotobaum" des Vorjahres ist auch noch da.

Hoch in den Lüften vor dem Dom wird ein Pegasus versorgt.

Wieso der linke Turm des Doms in völligem Stilbruch mit einen neuen Aufsatz verschandelt wurde, wissen die Götter.

Am Morgen drauf wartet das Frühstück, hoch über Berlin.

Funkturmbesucher blicken in den Abgrund - hier also ist die Schlange geblieben, die eben noch unten vor dem Eingang stand.

Lecker Frühstück, Teilansicht.

Zu sehen gibt es natürlich Etliches während sich das Turm-Café dreht, wenngleich die Sicht von unten viel klarer zu sein schien.

Natürlich! - Die Digicam ist - wie fast immer - dabei.

Brandenburger Tor, Gold-Else und Reichstag von oben.

Grün am versteinerten Spree-Ufer - sehr schöner Überblick über den Nach-60er-Spaziergang des Vortages.

Himmlisches Scheinwerferlicht beleuchtet am Horizont die Spree samt daran liegendem Kraftwerk.

Gleissend liegt die Spree unter uns in der Morgensonne.

Das Frühstück hat geschmeckt, wir wandern noch ein Bisschen durch die Gegend.

Rüber zur Eastside-Gallery - noch zeigt das Ampelmännchen rot, aber die Mauer ist durchlässig.

Fahrrad-Führung durch Berlin, eine interessante Variante, die Stadt kennen zu lernen.

Auch den Trabbi gibt`s im Straßenbild noch - im Vorjahresbeitrag habe ich das Angebot "Trabi-Safari" beschrieben - hat auch eine Internetseite.

O2-World unter blauem Himmel - immer ein Tourismus-Foto wert.

Dieser Storch zeigt es: der Herbst naht, Abflug.

Nun heisst dieser Artikel ja „Panke, Berlin“ – auf also zum Treffpunkt an der Panke gleich neben der Bibliothek Luisenbad. Ich nutze die an fast jeder Ecke gebotene Gelegenheit, ein Fahrrad zu leihen.

Treffpunkt zur Panke-Expedition - Brücke Badstraße.

Es ist schon schön, wenn sich eine lokale Gruppe wie Panke.Info der Örtlichkeit, Geschichte und Kultur sowie Ökologie annimmt.

Luisenbad, Badstraße, Gesundbrunnen - Namen des heutigen Berlin verraten: hier verbirgt sich eine lange, thematisch interessante Geschichte. Panke.info bietet Touren - sei es real oder im Internet und erzählt.

Luisenbad, Bibliothek, Veranstaltungsort und Treffpunkt.

Fast haben die Straßenkämpfe vergangener Zeiten wegen sozialer Missstände keine Zeugen mehr - blieb nur dieser Findling übrig?

Noch besser ist es, wenn die Zuständigen der Stadt auch ihre Aufgabe erkennen und gute Information bereit halten. Warten wir ab, ob die Planung in standorttypischer Ausführung endet und die „Eingeborenen“ hinterher sagen „Das war wohl getan.“.

Die Panke in Berlin - mit allen Charakteristiken eines Stadtbachs. - Aaaaber: ein solches Naturpotential hätte ich hier nicht erwartet. Mit geringem Aufwand ist bereits erhebliche Verbesserung möglich.

Jede Menge senkrechtes, buntes Mauer-Ufer - wehe dem, der hier im Fluss landet.

Extremes Ufer muss nicht hoch sein - eine Spundwand "reicht" auch schon. Überbreite und fehlende Struktur des Gewässergrundes lassen die Panke hier als Sand-Schlamm-Kanal erscheinen.

Wie im vorigen Foto zeigt sich die Panke auch hier als "schönes Teil", sauber und aufgeräumt im Sinn des Sauberkeitsfanatikers - eine ökologische Wüste. Der Ball vorn rechts schwimmt als Sinnbild verloren an der Wasseroberfläche: wer immer hier reinfällt - unnatürlich technisches Ufer verhindert den Wasser-Land-Wechsel für Spielzeug, Kinder, Haustiere und - ganz nebenbei (! ?) - für Lebewesen des Gewässerumfelds, seien es Nager und andere Säugetiere, Amphibien oder z.B. die die Wassernähe liebende Ringelnatter.

Wo neben der Wandse hinreichend Flächen zur Verfügung stehen, bietet sich die Möglichkeit, ihren Lauf vielfältiger zu gestalten - z.B. durch Nutzung des bereits vorhandenen Hochwasserschutzbeckens (Foto: vom Ablauf bachauf gesehen). Das ist auch vorgesehen. Aber Achtung: Es gilt, die Höhenlagen zwischen Gewässer und "neuer Aue" zu beachten, sonst ist der jetzt ökologisch bereits wertvolle Seitenraum anschließend zerstört.

Diese Montage vom Einlaufbereich des Hochwasserschutzbeckens beleuchtet die Thematik: die tief liegende Panke muss durch Sohlanhebung auf das Niveau der "neuen Aue" gebracht werden. Andernfalls - bei "Durchschneiden" der Hochwasserschutzfläche - würde aus dem heute einigermaßen feuchten Gelände ein entwässerter, Nährstoffe frei setzender Bodenkörper entstehen. Brennesseln würden die heute in Teilbereichen vorherrschenden Feuchtgebietspflanzen ersetzen.

Detailfoto des Zulaufbereichs als Abschluss: der zuständigen Verwaltung, dem Planer und den Ausführern stellt sich eine herausfordernde Aufgabe, wollen sie die gesetzlich geforderte Verbesserung der Gewässerökologie und die Aufwertung des Stadtbildes / Erholungsraums vereinen. Beide Themenbereiche verlangen dasselbe - aus Fehlern anderswo ist zu lernen, wie sie vermieden werden können.

Umweltbildung in Berlin jedenfalls bietet eine ausserordentlich fundierte Grundlage. – Man muss dann „nur noch“ wollen und das Richtige tun.

Für dieses Mal ist die Panke-Tour zu Ende am Rathaus Pankow. Zurück geht`s mit dem Rad Richtung Kulturbrauerei.

Das waren wieder einmal spannende Tage in Berlin.

Der alte Koreaner in Berlin, bereit zur Heimfahrt.

Der Morgenspaziergang mit Socke von de Dreyster Drift erinnert uns daran: es ist ja Wahl in Berlin! Dieses Foto - wie vorhersagend - präsentiert die Wahlsieger (das hat ja nicht zwingend damit zu tun, dass die dann auch den Senat stellen ...).

O nass is `s - nix wie weg aus Berlin!

Nach 20minütiger U-Boot-Tour (Schleich-Fahrt) hatten wir das Regenband glücklich hinter uns und konnten in guter Fahrt Hamburg passieren.

Socke von de Dreyster Drift, zurück daheim: "Ich will hier rein!"

Aaah, es tut sich was!

Und schwups! - Jetzt erstmal erholen!

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Seit Jahrzehnten engagiert sich eine Gruppe hoch qualifizierter und hartnäckiger Bach- und Heimatfreunde für die Wernigeröder Forellenbäche. Mit vielen Kooperationspartnern haben sie es geschafft, nachdem die Abwasserprobleme Anfang der 1990er abgestellt werden konnten, aus ökologisch toten (sehen wir mal von den Abwasserbakterien ab) Harzgewässern wieder wahre Kleinode entstehen zu lassen. Dazu gehörte vor allem auch, die zahlreichen Wanderhindernisse auf dem Weg zu Laich- und Aufwuchsstrecken zu bereinigen.

Inzwischen sind im bebauten Stadtbereich Wernigerode alle Hindernisse in so vielen, ortsangepassten Varianten umgestaltet, dass ein interessanter Lehrpfad über Fischpässe auf den interessierten Wanderer wartet.

2011 lud der Wildfisch- und Gewässerschutz 1985 Wernigerode e.V. ins Haus der Nationalparkverwaltung zum 7. Wernigeröder Wildfisch-Symposium ein.

Für besonders interessierte Leserinnen und Leser  verlinke ich zu einem Ortskundigen bei scienceblogs.de (schließlich geht es ja tatsächlich um verbessernd in der Natur angewandte Wissenschaft) – viel Spaß!

Auf geht`s mit der Elbe-Saale-Bahn - von Dessau nach Wernigerode, der bunten Stadt am Harz.

Vorbei an der bekannten EU-Agrarsteppe - Unser täglich Gift gib uns heute.

Ankunft am Bahnhof Wernigerode - das Schloss grüßt vom Berg.

Auf der Suche nach der Goldforelle - Goethe fand sie schon 1777.

Auf der Suche nach der Goldforelle - Goldrute am Wallgraben der Stadtmauer.

Auf der Suche nach der Goldforelle - die berühmten "goldenen (?) Türgriffe".

Forellen gefunden - aber rote! - Wappentier der Stadt und des Landkreises Wernigerode.

Und dann die Überraschung in interessanter Vortragsveranstaltung – da ist sie ja:

2011 - Für 10 Jahre überaus ertragreicher Kooperation wird die Wernigeröder Goldforelle verliehen. - Ganz herzlichen Dank !

Nach getaner Arbeit und gelungenem Arbeitsessen geht es durch mittelalterliche Gassen ...

... zurück zum Hotel in Marktplatz- / Rathausnähe.

Am nächsten Morgen startet die zum Symposium gehörende Exkursion. Aber vor der üblichen Begutachtung umgebauter Wanderhindernisse gilt es dieses Mal, Fische zu retten: ein Wehr-Umbau steht unmittelbar bevor, wir helfen, die im Baustellenbereich gefährdeten Fische in gefahrlose Strecken zu bringen.

Einführung in das Elektrofischen, eine zu Recht nur dem ausgebildeten Fachmann mit Sondererlaubnis gestattete Methodik zur Bestandserfassung.

Dieser 3-stufige Absturz steht unmittelbar vor seinem Umbau zum durchwanderbaren Fließgewässer.

Neugierige Blicke in den Abgrund - irgendwas muss da stattfinden ...

Sorgfältig wird die Bachstrecke im Umbaubereich befischt.

Immer mit der Ruhe - diese Bachforelle ging daneben ...

Na also.

Nun also nicht golden, sondern "live" - die "Rotgetupften" - schnell zum sicheren Standort wegbringen.

Vorsichtiges, ruhiges Zurücksetzen: die Bachforellen ziehen davon.

Ein einziger, schwächelnder Fisch wird gerade hingestellt, da ist auch er wieder fit.

Ein Bisschen Ruhe noch - sie steht wie eine 1.

Im Gegensatz zu den weggeschwommenen Bachforellen bleiben die Mühlkoppen erstmal in einem Lichtfleck sitzen, eine kleine Bachforelle leistet ihnen Gesellschaft.

Nachdem die Umsetzaktion so gut gelang, haben wir doch noch etliche Fischpass-Varianten ansehen können. Die behalte ich aber eigenen Besuchen der Leser vor und zeige hier nur kleine Ausschnitte.

Kleiner Zwischenstop - man sieht, in der Fremde ist nicht nur E-Fischen gefährlich.

Nein, wir haben nicht zu viel Hasseröder getrunken und hängen hier ab! Wir konzentrieren uns auf einen Beckenpass.

Noch `ne andere Forelle, silberfarbene Alu-Variante - kaum reicht das Wasser im Beckenpass. Ich erwähnte schon an anderer Stelle den geringen Abfluss der Bäche. Während es im Sommer 2011 überall in Massen regnete, blieb der Harz allzu verschont vom wertvollen Nass.

Zum Abschluss der Exkursion noch ein Gruppenfoto mit den Ausdauerndsten am Mäander-Fischpass.

Bis zur Abfahrt der Bahn gen Norden blieb noch Zeit für einen Spaziergang.

Winkelbetrachtungen in der Altstadt.

Postkarten-Fachwerkfoto - was haben wir bloß für ein Wetter gehabt !

Da ist sie ja, die Wetterfahne, die nicht als Hahn, sondern als Fisch gestaltet ist.

Wollte hier ein Wohlmeinender die Bachfische mit Alu frischhalten?! - Liebe Leute, frischen Fischen im Forellenbach erhält man ihren sommerkühlen Lebensraum durch Beschattung, Wurzeln und fördert Turbulenz durch ein raues Bachbett.

Ein letzter Blick auf Wernigerodes Forellen - hier die häufige silberne Alu-Variante, davor die eher seltene goldgrüne-Schleie-farbene Ausnahmeform.

Schön ist`s in Wernigerode - aber ob die Harzer Brockenbahn weiter so die Luft versauen darf, sollte man schon mal überdenken.

Es lässt sich nicht verhehlen, der Herbst schickt seine ersten Boten.

Na denn, tschüß Wernigerode für 2011! – Bis bald, wir planen mal einen richtigen Urlaub hier.

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