Gestern war`s – Polarlufteinstrom zu uns, Sturm auf See wirkt hier mit West 5. Das Radar zeigt Flockenwolken von licht bis Regen-schwer. – – – Termin umlegen?
„Flocken-Lücken“ im Radar machen „Mut zur Lücke“. Also, zu dickem, regenfestem Zeug noch die Regenhose überziehen und los … Radeln.

Das geht ja gut los. Blauer Himmel, Wind von schräg, oft genug schräg von hinten. Am Horizont stehen weisse Gebilde, mit Grauerem drunter.

Halbe Strecke bis Pinneberg – die dicken Fronten rasen zunächst südlicher, kümmern mich nicht. Der fernere Horizont rechts ist aber sehr ausgedehnt, auch für mich bestimmt.
Wie begonnen, so beendet – ich kann weiter.
Am Vorabend hatten wir noch vom Wetterfrosch gelernt, was den Unterschied zwischen Graupel und Hagel ausmacht. Ersterer schmilzt schnellstens, wenn man ein Korn in die Finger nimmt. So ist das auch, ich wundere mich, mit der weissen Lage auf dem Weg, trotz Temperatur nur gering über null Grad. Schon ist sie weg.

Unter der Bahn, vor dem Stadtwald Fahlt – Blick bachauf auf Rausche auf dem Nacken und scharfe Schussstrecke.
Die Folgen solcher Gaben mit gutem Anstrom sind aus vielfältigen Schilderungen hier im Blog bekannt.

Pünktlich erreiche ich den Treffpunkt, P beim Bad, Rosengartenstrecke Mühlenau mit Kiesgaben gleich nebendran.

Unsere Verabredung war aufgehängt am Stichwort „Runder Tisch Biodiversität Pinneberg“. Wir stehen unmittelbar an einem menschlichen Negativbeispiel, Vernichten von Auenräumen bis an die Gewässerkante.
Heutige drängende Schwerpunkthandlungsthemen – von Tagesaktualität mal wieder verdrängt – wie Anpassen an den Klimawandel, Nachhaltigkeit im Handeln = vorsorgende Nichtzerstörung wesentlicher (Über-)Lebensräume, Erhalt bzw. Verbessern der Vielfalt in Lebensgemeinschaften („BioDiversität“) sind durch menschlich-geistige Verdrängung nicht aus der Welt.

Ein breit angelegtes Gespräch über Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten startet, „gewürzt“ mit Ansichten wie hier: Erzeugte Turbulenz bringt nicht nur Sauerstoff und mehr Leben in den Bach, sondern ist auch optisch wahrnehmbar.
Im Ruhebereich spiegelt sich der Baumstamm, uferschützend entwickelte Turbulenz „bricht den Spiegel“.
Ein Blick auf solch freie Böden lohnt oft! Neben Spuren von Stadthunden finden sich Zeichen von Wildtieren, Mäusen, Enten und Reihern, mit Glück sind auch die charakteristischen Fischotterspuren erkennbar – ja, hier, auch mitten in der Stadt.
Kleiner Scherz, muss sein …

Mit der sieht er nicht nur, das scheinbar trübe Wasser ist klar (!), sondern auch an ruhiger Stelle mit Schlammlage belegten und an turbulenter Stelle mit Algen bewachsenen Kies.
Mit gutem Timing und bei Glück günstiger Abflusssituation wird er hier auch ab etwa Mitte April ff. laichende Flussneunaugen beobachten, ggf. Fotografieren bzw. Filmen können – ja, auch die, hier mitten in der Stadt.
Genug geschnackt, ich radele zurück.

Nach Unterqueren der Bahn werfe ich noch einen Blick auf die „Ockerquelle“ – Folge der Schandtat, das „Quellental“ (!) mit Bebauung zuzupflastern und alles Quellige, Rohr-gefasst mit allen Boden-Wasserhaushalt-Störungen, abzuleiten.
Nun weiss ich, warum ich trotz des Winds pünktlich am Treff war. Auf der Rückfahrt konnte ich im Gegensatz zu den Gängen 5-6 (7 „ging nicht“, windtechnisch) nur die Gänge 4-5, oft genug 3, auch mal 2 radelnd nutzen.
„Hoch oben“ in die Bahnhofstraße hat mich das Saison-Essen Stint gelockt. Ein Genuss! – wohl das letzte Mal im Frühjahr 2026.











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