Unsere Gewässer sind vom Menschen seit Jahrhunderten ausgebaut worden, unter anderem zur Wasserkraftnutzung für Mühlenbetriebe. Verschärft und oft nahezu ausgedehnt bis in Quellbereiche wurden dann im 20. Jahrhundert in Hand- bis Maschinenarbeit ganze Einzugsgebiete für bessere Landnutzung kanalisiert und entwässert. Deren Unterhaltung dauert an. – Dadurch fortschreitende Erosion stört(e) Seitennutzungen, überentwässert durch Eintiefung.
Das Ergebnis – Schäden, Kosten und Langzeitverschlechterung von Lebensgemeinschaften sowie negative (Klein-)Klimaveränderungen – wird nicht länger hingenommen. Änderungen, mindestens Hilfsaktionen stehen an.
Oft genug steckt der Teufel nicht nur im Systemischen, sondern beginnt im Detail.
Bautechnische Überlegungen allein helfen nicht. Wo „Hart“ auf „Weich“ trifft, entscheidet das Gewässer selbst, ggf. gegen die Bautechnik. – Spezialproblem in Deutschland: Die meisten Fachbücher stell(t)en in Abbildungen zwischen Mäanderkurven die sohlstabilisierende Wirkung der Rauschen nicht dar. Erst langsam entwickelt sich flächenhaft das Bewusstsein für Rausche-Kolk-Abfolgen.
Darüber hinaus sind bei vielen Bautypen-Empfehlungen – früher oft genug Übersetzungen und Übertragungen aus dem Englischen – wichtige Begleitelemente nicht übernommen. „Riprap“ als Schutzelement im Übergang Hart auf Weich fehlt in den meisten Beschreibungen und Abbildungen – oder wird als ortsuntypische Versteinerung durchgeführt.
(„Riprap“ verstehe ich hier als Wirkung, nicht im Sinne des Erfinders als konservative Anwendung von Steinbruch oder ähnlichem. Gar grässliche Versteinerungen ganzer Gewässerstrecken sind vielerorts so entstanden. – Es gilt, einen standortgerechten Uferschutz mit Lebensraumwirkung zu finden, unter Einbeziehen des Wurzelwerks tief ins Wasser wurzelnder Bäume. In der Regel trifft das in unseren Breiten nur auf die Schwarzerle zu.)
Es bleibt viel zu tun – wir besuchen auf Nachfrage eine neue Gewässerstrecke (Fotos vom 22. Januar 2026).
Harter Verbau trifft auf weiches Ufer, eine Kurve ist nah.
Das wollen wir mit „dynamischem Uferschutz“, Zugabe von Kies im Schüttwinkel ändern.

Mit Verbesserungswillen, die Erosion im Prallhang zu verringern, wurde vor vielen Jahren eine Buhne als Strömungslenker gebaut.
Bei Abflüssen unter Mittelwasser lenkt sie – (in diesem Fall aufgrund ihrer Länge) leider über die Gewässermitte hinaus – Richtung Gleithang. Bereits ab mittlerem Abfluss wird die Buhne überflossen, wie im Foto zu sehen. So lenkt sie – falschrum gebaut – das Wasser verstärkt auf das Prallhangufer, verschärft die Erosionssituation.

Lang, wie die Kurve ist, folgt eine weitere, gleichartig gebaute Buhne – das Ufer ist nicht zu halten.
Wir verabreden mit allen zu Beteiligenden das Entfernen der Buhnen und deren Ersatz durch Lenkbuhnen aus Kies (Kiesdepot am Ufer und Unterwasserlenker gegen den Strom). Wie bekannt, wird so die Hauptströmung in Gewässermitte gehalten.
Die Gesamtstrecke ist hunderte Meter lang. Wir empfehlen noch einiges mehr, über das zu gegebener Zeit berichtet wird.
„Einziges Problem“ für uns ist die Befahrbarkeit des Geländes. Wir benötigen hier besondere Verhältnisse für das Realisieren. So warten wir aufmerksam …




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