Schleswig-Holstein hat, wie hier im Blog immer mal wieder erläutert, frühzeitig die Durchwanderbarkeit seiner Fliessgewässer verbessert. Gestartet in den 1980ern, wurde nach Inkrafttreten der Wasserrahmenrichtlinie seit 2000 intensiv umgestaltet – sehr oft als kurze, raue Rampen. Dass da nach Menge und / oder Priorität örtlich verbliebene Sperren in Angriff genommen werden (müssen), versteht sich von selbst. [Ein im wahrsten Sinn des Wortes „großes Hindernis“ stellt sich in Wedel an der B 431, wo in enger Ortslage das Mühlenwehr unmittelbar bachauf der Bundesstraße die kleine Wedeler Au zum Mühlenteich aufstaut, bevor sie ins Tidegeschehen stürzt. – „Kiel“ verweigert sich trotz Hamburger Anstrengungen dem Abarbeiten dieses Themas.]
Die Rauen Rampen waren ein erster Kompromiss. Sie wurden inzwischen teils zu flacheren, längeren Einheiten verbessert.
Nach wir vor existieren einzelne extreme Fehlfunktionen in Kombination mit Mühlenwehrabrissen (z.B. Pieningmühle and der Krückau in Elmshorn und Wulfsmühle an der Pinnau – deutsche Wasserbehörden und Politik im Gegensatz zu anderswo tun sich mit alten Staurechten schwer), erhebliche Störfaktoren im Lebenskreislauf der dortigen Gewässer.
Die ergänzende Lebensraumverbesserung in Form von Laichkies muss dabei immer mit- (oder nach-, viele Beispiele hier im Blog) -erledigt werden.
Meine Wanderung des vorigen Beitrags setzt sich hier fort.

Gleich oberhalb dieser Brücke bestand in der Vergangenheit ein nur für gute Springer überwindbarer Wehrabsturz.
Erleichterungen sind ab 2018 durch hohe Kiesgaben, die die Moorbek selbst abtransportieren und an geigneter Stelle platzieren konnte, erfolgt. Schnell zeigten Wirbellose und Fische den durch den Kies erfolgten Gewinn.
Wasserverband, Wasserbehörde und ausführender Unternehmer haben hervorragende Arbeit geleistet – super!
Die Örtlichkeit bleibt also im Sinn, falls die Verrohrung (Oberflächenwasserzufuhr über lange Strecke, daher die Tieflage) eines Tages durch oberflächiges, offenes Ableiten mit Regenwasserspeicherung und -reinigung in der Fläche erfolgen würde.

Wie nicht anders zu erwarten, liegt die Baustrecke nun kahl. Hier wird sich standorttypische Vegetation nach und nach wieder einfinden.
Wie die bachab und (nun verstärkt, auch durch die intensiven Regen des Herbsts) bachauf anzutreffenden Laichflächen anzeigen, schreitet das Gewässersystem in seiner Gesundung weiter voran.



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