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Archive for 30. August 2019

Anders als andere Bäche, z.B. die Mühlenau im Pinnau-Einzugsgebiet oder die Ohlau im Stör-Einzugsgebiet, erhält der Ohrtbrooksgraben jeweils kleine Mengen Kies. Dies liegt unter anderem daran, dass die betreffende Strecke – ein Ufer in Privatbesitz, das andere Ufer Eigentum der Stadt Tornesch – nahe der Mündung in die Pinnau im Tidebereich liegt. Alle Beteiligten wollen Schritt für Schritt sehen, welche Entwicklung der Kies nimmt und bringt.

Der Ohrtbrooksgraben kommt aus der Geest Uetersen / Tornesch. Schicke Dreidimensionalität, hier mit Weissdorn, Weide, Hopfen, lässt fast Nachtigallengesang erwarten.

Blick durch den Knick – da liegt „mein 3-Achser-Lkw-Äquivalent“, das sind 15 t Kies.

Einer der sehr zahlreichen kleinen Grashüpfer (es sind auch große und noch größere da) ist ins Wasser gesprungen – willkommene Sommernahrung für die Fischwelt.

Der 2018er-Kies hat belebende Strukturen geschaffen.

Ich warte auf den Fachmann mit Fachgerät für den Kieseinbau.

In den Bach eintretendes Sickerwasser, erkennbar an der „Kahmhaut“ Eisen, ausfallend bei Sauerstoffzutritt, und der punktuellen Ockerverfärbung auf dem Kies.

Neue Anrisse im Ufer weisen eindeutig auf den hohen Druck von Uneinsichtigen mit freilaufenden Hunden hin.

Es dauert auch nicht lange, da bevölkert – weit entfernt vom „Herrchen“ – ein frei laufender, „zur Natur gehörender“ Hund die Wiese, stöbert am Bach herum.

Ich erläutere „Herrchen“ die Betretungsregeln der „freien Natur“, speziell auch „Eigentum in Schleswig-Holstein“ und „Landschaftsschutzgebiet“. Als langjähriger Hundefreund, -führer (oder -geführter ?) und generell finde ich, dass schwarze Schafe am Besten aus eigenen Reihen angesprochen werden. Das nützt bei spezieller Klientel allerdings gar nichts. Sowas wie „Bodenbrüter“ und „geschützte Arten wie Fischotter“ will schonmal gar nicht gehört werden. – „Herrchen“ erklärt mir bissig, er wisse jetzt Bescheid. (Wer`s glaubt …)

Da kommt der Grundstückseigentümer mit geeignetem Kiesbewegungsgerät, einem Radlader.

Wir unterhalten uns kurz über das Verhalten einiger Hundebesitzer, gehen dann ans Werk.

Zielgenau werden die 15 t Kies an mehr als 7 Punkten verteilt.

Wie üblich setzt die Schaufel auf der Uferkante auf, der Kies rutscht in den Bach, baut den Schüttwinkel auf. Schwerpunktartig werden 4 neue Punkte beschickt, 3 ältere werden uferseitig ergänzt.

Kleine rote Hubschrauber, wohl Heidelibelle, patroullieren die Bachstrecke.

Zwischendrin wird der Kieshaufen für möglichst lange sauberes Arbeiten optimiert.

Heidelibelle auf Position.

Kies im Schüttwinkel – 2 von 4 neuen Einbaupunkten am Ende der heutigen Strecke.

Nach kaum 1,5 Stunden sind wir fertig. Jetzt können ggf. Schulklassen feinprofilieren.

Solch Restaurierungsstrecke ist auf jeden Fall, auch wenn „nur“ untersucht wird, ein prima Lernort.

Ein schönes Beispiel, wie aus einem stillen, überbreiten und übertiefen Kanal ein wieder sicht- und hörbarer Bach werden kann.

Dann bis zum nächsten Mal, ich fahre ab.

 

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