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Archive for 27. Februar 2020

Über Nonnengänse im Umfeld von Wedel schreibe ich regelmäßig. In der Zeit zwischen Oktober und April, Zug- und Rastzeit, sind sie ein Großereignis in der Marsch.

Während sie im Jahreswechsel 2019/2020 die in den Vorjahren geschätzte Größenordnung um die 14.000 nicht erreichten, kam es gestern beim Radeln Wedel-Holm-Hetlingen-Wedel anders.

Zunächst hatte ich ab Hetlingen die in dieser Saison üblichen Kleinschwärme mit je einigen Hundert Stück über große Flächen sehen können. Dann näherte ich mich kurz vor der NABU-Vogelstation einem mehrere Tausender-Schwarm, der dicht an der Deichverteidigungsstraße auf einer Wiese äste. Plötzlich wurde es etliche Wiesen weiter unruhig, Mücken-ähnlich schwärmte es flach über die dortige Wiese – ein weiterer Schwarm mit mehreren Tausend Individuen. Die kamen auf mich und „meine“ Gänse bellend mit rauschendem Flügelschlag angesichts der Massen zu. Das liess die nicht unbeeindruckt.

Aus der Entfernung rauscht es heran. „Meine“ Nonnengänse werden unruhig, fliegen nach und nach, zunehmend hektisch, unter dem ankommenden Schwarm auf.

Zunächst nahm ich an, die in 2 höheren Lagen fliegenden Gänse könnten die Nachbarn meiner Gänse aufgebracht haben. Aber irgendwie schien das doch nicht plausibel.

Regelhaft scheucht hier ein Hubschrauber oder Privatflugzeug rastende Gänseschwärme auf. Auch auf überfliegenden Seeadler reagieren die Nonnengänse stark – beide Ursachen nicht in Sicht.

Nach einer Weile hat sich eine vereinigte Front gebildet, die sich teilt.

Etwa die eine Hälfte fliegt hinter dem Deich, die andere wechselt südwestwärts.

In dichter Formation südwestwärts, über den Deich.

Als sich die Panik legt, zieht sich der Schwarm etwas flächiger auseinander.

Die Fotos zeigen jeweils einen winzigen Ausschnitt. – Der Schwarm binnendeichs hat sich nach großem Kreisflug bald wieder auf Marschwiesen nahe der NABU-Vogelstation niedergelassen. Der Vordeichschwarm kehrt auch nach wenigen Minuten im Kreisbogen zurück und landet.

Wie aktuell von der NABU-Vogelstation neben vielen weiteren Vogelbeobachtungen berichtet wird, scheint der Rückflug in die Brutgebiete gestartet zu sein, so dass wir diese Tausender-Erlebnisse geniessen können.

Das Auffliegen des Auslöserschwarms könnte von einem großen Falken verursacht worden sein, den ich etwas später nahe Fährmannssand rüttelnd am Himmel sah. Nonnengänse wirken bei mancherlei auch für sie ungefährlichen Störung schon etwas panisch.

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